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Antônio Vicente Mendes Maciel, bekannt als Antônio Conselheiro (übersetzt: Antonio der Berater) wurde in diesem Haus in der Kreisstadt Quixeramobim im Jahre 1830 geboren. Sein Vater war Händler, die großen Tore weisen auf das damalige Geschäft hin.
Aufgrund von Familienschwierigkeiten zog der gebildete Mann in die Ferne und verwirklichte sein Leben als Wanderprediger. So wanderte er predigend in den Sertão, der Trockensteppe. Ihm schlossen sich unterschiedlichste Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Lebenssituationen an.
Es entstand eine uneigennützige Kommune, die sozial, und spirituell geführt wurde.
Er hatte guten Kontakt zu Amtsträgern und konnte verhandeln.
So wanderte die wachsende Gruppe mit einem tragbaren Altar von Ort zu Ort und verkündete das Wort Gottes.
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Interessant ist, dass er im 1000 Kilometer entfernten Salvador de Bahia besser bekannt ist, als in seiner Heimatstadt.
Als der Künstler eine Busrundfahrt in Salvador machen wollte, sprach er vorher mit einem Mann und erwähnte Antônio Conselheiro.
Der ältere Mann, Mitte Sechziger, war darüber freudig erstaunt, so etwas zu hören und bat den Busfahrer eindringlich, auf diesen Ausländer aufzupassen und ihn wieder genau an dieser Haltestelle wieder hinauszulassen. |
So geschah es auch, dass die Anhänger Antonios einen Staudamm für eine Stadt bauten. Damals wie heute waren Stauseen der Lebensrückhalt in den Trockenperioden.
Um die Geschichte nicht lokal isoliert zu sehen: Weltweit gab es einen Umbruch. Die Monarchien wurden abgeschafft, nur nicht in England. Die Republiken ausgerufen. Antônio Conselheiro erlebte auf einem Marktplatz einen sehr schlechten Umgang von Republikanern mit einer armen, alten, bettelnden Frau. Er konnte keine gute Seite der Republikaner abgewinnen und favorisierte deshalb die Monarchie. |
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Als von ihnen die Stadt Belo Monte geschaffen wurde, sandte die neue Regierung in Rio de Janeiro Tausende von Soldaten, um das Monarchistische zu vernichten. Erst die 4.Invasion gewann und vernichtet die Stadt bis auf die Grundmauern. Alle Einwohner wurden getötet. Dies wiederum ist ein Verbrechen, dass kaum Recht zur Sprache gefunden hat.
Um die Vergesslichkeit zu fördern, setzte man den Rest unter Wasser - durch einen Staudamm.
Es gab nie einen Krieg in Brasilien, aber hier berührte die Dynamik einen Bürgerkrieg. |
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Die "Favela" ist übrigens eine Blume aus dem Sertao ! Die angeheuerten Söldner und frei gewordenen Sklaven, die als Soldaten einen Job fanden, kehrten nun nach Rio de Janeiro zurück und brachten diese Blume mit.
Wo sollten die Heimkehrer nun hin ? Sie als heutiger Leser, wissen, was aus dieser politischen Unverantwortlichkeit geschehen ist ! |
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